Ökologisch-Demokratische Partei
Ortsverband Neufahrn-Eching

Portrait Simon Wankner

Veröffentlicht im Echinger Forum, Ausgabe 07/2026

Auf Sie kommt es an!

Kipppunkte sind Beschleunigungsprozesse, die ab einem bestimmten Punkt nicht mehr aufzuhalten sind. Wir verbinden diesen Begriff ja zunächst mit den Umweltbedingungen, an welche das Überleben unseres Planeten geknüpft ist. Wir sollten jedoch in gleichem Maße die "sozialen" Kipppunkte mit einbeziehen. Diese bedeuten, dass, sobald eine kritische Masse überzeugt ist, es nur eines kleinen Auslösers bedarf, um eine gewaltige Dynamik und schließlich tiefgreifende Veränderungen in der Gesellschaft herbeizuführen, mithin auch einer Klimakatastrophe entgegenzuwirken.

Als Regelgröße für einen gesellschaftlichen Kipppunkt gilt ein Anteil von ca. 5 % an der Bevölkerung (Definition Gunnar Myrdal 1974). Ist dieser erreicht, dann kommt es mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer grundlegenden Änderung in unserer Gesellschaft, in positiver wie auch negativer Hinsicht. Rufen wir uns hierzu #metoo, Fridays for future, Black lives matter, aber auch die gesammelten Bösartigkeiten der AfD ins Gedächtnis. Aber es geht auch anders und dafür brauchen wir Sie — womit wir als ÖDP Echings endlich bei unserer Gemeinde sind.

Wenn von "wir" die Rede ist, dann meinen wir nicht uns ÖDP-ler. Wir sprechen hier von uns allen als Bürgern, die es schaffen wollen, möglichst wenig zur Klimaerwärmung beizutragen und unsere Gemeinde so herzurichten, dass wir es hier zu Hause nicht nur notdürftig aushalten, sondern ein angenehmes und frohes Leben haben. Wie das "Nichtbeitragen" geht, darüber wissen die meisten von uns schon recht gut Bescheid. Weniger bekannt scheint zu sein, wie wir unsere Orte und Landschaften umgestalten müssen, um unbeschadet durch die kommenden Unbilden (Orkane, Regenfluten, Hitzewellen) zu kommen. Unklarheiten machen Angst — unnötige Angst, denn klimaresiliente Orte und Landschaften sind lebendiger, vielfältiger, ganz einfach schöner als viele, in denen wir heute leben.

Sie sind durchzogen von großzügigem Grün, von schattigen Plätzen, von kühlenden Baumhecken zum Schutz der Äcker. Es werden alte landschaftsstabilisierende Elemente wie Moore wieder zu neuem Leben erweckt werden, um ganz allgemein zur Stabilität unseres gemeindlichen Lebensumfeldes beizutragen. Es wird eine Belebung der Naherholungsmöglichkeiten geben als Alternative zum Fernurlaub.

Bis dahin ist es eine Wegeslänge, die man durchaus als Generationenaufgabe bezeichnen kann. Es wird ein beherztes Tun, Tun, Tun sein. Es wird definitiv eines Kipppunktes bedürfen in unserer Bürgergemeinschaft, leider auch im Gemeindehaushalt. Es wird viel Geld, aber auch weiterhin Geduld brauchen, bis wir all die Menschen erreicht haben, deren Zustimmung und Mitwirkung wir brauchen.

Denken Sie nur an all die für die Umgestaltung benötigten Grundstücke. Da müssen echte gesellschaftliche Kräfte wirksam werden. Gemäß Myrdals 5%-Definition könnten 750 Echinger realistischerweise Anschub leisten und mit Gleichgesinnten die berühmtem Tropfen auf dem heißen Stein zu Flüssen und Strömen werden lassen.

Noch eine kleine Schlussgeschichte: Über Jahre hat die französische Rechte jede Form von Klimaerwärmung geleugnet — bis jetzt zur ersten heurigen Hitzewelle im Juni. Nun gibt sie sich als Retter der Nation, indem sie sich für staatlich subventionierte Klimaanlagen einsetzt. So retten wir unsere Welt nicht.

Im Text haben wir uns u. A. bezogen auf das Blog-Magazin "Wissen macht Klima" sowie auf den Filmemacher Carl-A. Fechner (Kinofilm "Die 4. Revolution" von 2010 , "Power to Change") und das Interview mit ihm von Anna K. Meyer von "FindingSustainia".

Kontakt
ödp Neufahrn/Eching
 
Ansprechpartner
Simon Wankner
Rückmail senden