Ökologisch-Demokratische Partei
Ortsverband Neufahrn/Eching

Radentscheid Bayern

In elf bayerischen Städten, darunter München und Freising, wurden mit Unterstützung der ödp 240.000 Unterschriften für eine bessere Radinfrastruktur gesammelt. Auch aufgrund nicht mehr zeitgemäßer Richtlinien und Gesetze geht dennoch wenig voran. Deswegen wollen der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) zusammen mit dem Bund Naturschutz, der ödp und vier weiteren Parteien per Volksentscheid erreichen, dass die Staatsregierung nicht nur von umweltfreundlicher Mobilität zu redet, sondern auch ihren Beitrag [1] dazu leistet.

beim Unterschriftensammeln
beim Unterschriftensammeln am 13.08.2022

Erster Schritt zu einen Volksentscheid ist ein Antrag auf Zulassung eines Volksbegehrens. Ihn müssen 25000 Wahlberechtigte mit ihrer Unterschrift unterstützen. Auch unser Ortsverband beteiligt sich an den Infoständen in Eching (siehe Termine) und sammelt Unterschriften. In eine Liste eintragen können Sie sich auch immer zu den Geschäftszeiten in der Papeterie Diegel an der Bahnhofstraße.

Über die Ziele und die Maßnahmen zu deren Erreichung informieren die Initiatoren des Volksbegehrens im Internet unter https://radentscheid-bayern.de.

Anmerkungen

1

Wie sehr die Politik bestimmt, wie Menschen von einem Ort zum anderen kommen, zeigt sich in den Niederlanden

Doch wie und warum konnten sich die Niederlande zu einem Paradies für Radfahrerinnen und Radfahrer entwickeln? Eine US-Amerikanerin kann darüber Auskunft geben. Meredith Glaser leitet das Urban Cycling Institute an der Universität von Amsterdam: "In den 50ern und 60ern machten die Stadtplaner damals Platz für das Auto. Es war die Technologie der Zukunft. Die Vision war eine Mobilität, die auf dem Auto aufbaute."

Aber bald gab es immer mehr Negativ-Schlagzeilen: schlechte Luft, verstopfte Straßen, Unfälle. "Die Zahl der Verkehrstoten stieg, unter den Toten waren auch viele Kinder. Das war ein wichtiger Faktor", sagt Glaser: "Kinder waren es gewohnt, auf der Straße zu spielen. Aber mit den Autos wurde das immer gefährlicher. Dazu kamen Umweltbewegungen und andere Proteste. Und ein Öl-Embargo, das die Benzin-Preise nach oben trieb. All das passierte in den 70ern."

Bürgerinnen und Bürger fanden Gehör. Es sollte aber noch einige Jahre dauern, bis Politik und Stadtplanung in den Niederlanden wirklich reagierten. Erst in den 80er- und 90er-Jahren wurde in eine neue Infrastruktur, ein Radwege-Netz, investiert. Und auch neue rechtliche Grundlagen wurden geschaffen.

"Man orientierte sich an drei grundlegenden Prinzipien: 1. Menschen machen Fehler. 2. Die Regierung ist für die Sicherheit der Menschen zuständig. Und 3.: Die Gestaltung der Straße sollte fehlerhaftes Verhalten von Menschen einkalkulieren und den daraus entstehenden Schaden so gering halten wie möglich," so Glaser.
Ausschnitt aus der Deutschlandfunk-Sendung Hintergrund vom 10.08.2022